SARS-CoV-2: DZIF-Wissenschaftler arbeiten an Impfstoffen

Wissenschaftler und Ärzte des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) arbeiten daran, so schnell wie möglich einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus zu entwickeln. Hier ist ein Blick auf die Entwicklungen.

Impfstoff-Plattform Nr. 1

Unter der Leitung von Prof. Gerd Sutter, Virologe an der LMU München, wird ein sog. Vektor-Impfstoff entwickelt, der auf dem „Modifizierten Vacciniavirus Ankara“ (MVA) als Vektor basiert. Das Impfvirus MVA wurde bereits vor mehr als 30 Jahren an der LMU als Impfstoff gegen Pocken generiert. Die MVA-Viren sind so abgeschwächt, dass sie als harmlose Vektoren für andere Impfstoffe dienen können. Im DZIF wurde dieser Vektor bereits erfolgreich für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das MERS-Coronavirus verwendet, einem nahen Verwandten von SARS-CoV-2; die Testung des Impfstoffes befindet sich bereits in der klinischen Prüfung.

Impfstoff-Plattform Nr. 2

Neben der bewährten MVA-Plattform erforschen die Wissenschaftler im DZIF parallel eine zweite Plattform für die Impfstoffentwicklung, um möglichst schnell zum Ziel zu gelangen. Unter der Leitung des im DZIF tätigen Wissenschaftlers PD Dr. Michael Mühlebach wird der Masernimpfstoff als Vektor für fremde virale Proteine eingesetzt. Die Masernimpfung wird seit den 1960er Jahren millionenfach mit hoher Wirksamkeit und Sicherheit eingesetzt. Nun kombinieren die Wissenschaftler diesen Vektor ebenfalls mit einem Bestandteil des SARS-CoV-2. Die rekombinanten Impfviren sind bereits fertig erzeugt, werden zurzeit gerade vermehrt und anschließend in vitro und in vivo charakterisiert.