Coronavirus-Forscher im DZIF nutzen die „Überholspur“

Die Forschung ist aufgerufen, so schnell wie möglich Medikamente, Impfstoffe und Testmethoden zu entwickeln, um das SARSCoronavirus-2 zu bekämpfen. Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) erhalten die Wissenschaftler dafür nun in einem „Fast-Track-Verfahren“ zusätzliche Mittel.

Das Forschungspaket, das die Wissenschaftler im DZIF geschnürt haben, verfolgt ehrgeizige Ziele: Neue Testmethoden zur Diagnose, antivirale Medikamente und ein Impfstoff gegen das Virus stehen auf der Agenda.

VorbeugungImpfstoffe basteln sich nicht von selbst

DZIF-Wissenschaftler in München, Marburg und Hamburg nutzen das Know-how, das sie in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein anderes Coronavirus, das MERS-Coronavirus, gewinnen konnten. Als Vektor fungiert auch in diesem Fall ein modifiziertes und damit harmloses Pockenvirus, das aber nun statt mit MERS-Information mit der genetischen Information für das Oberflächenprotein des SARS-CoV-2 bestückt wird. Als geeignetes Bauteil konnten die Wissenschaftler das Spike-Protein auswählen, das auf der Oberfläche des Virus liegt und dafür sorgt, dass das Virus die menschliche Zelle entern kann.

BehandlungMedikamente für den Ernstfall

Schneller als ein neuer Impfstoff könnte die Entwicklung von antiviralen Medikamenten gehen. Die In-vitro-Assays und Tiermodelle, die die Wissenschaftler entwickeln, dienen auch als Grundlage für das Testen von antiviralen Substanzen. Insbesondere Wirkstoffe, die bereits für andere Indikationen zugelassen sind, sind Hoffnungsträger für zeitnahe Einsätze.

Diagnose: Schnell und sicher testen

Der erste Test gegen SARS-CoV-2 wurde von DZIF-Wissenschaftlern an der Charité – Universitätsmedizin Berlin kurz nach dem Ausbruch in China im Januar 2020 entwickelt. Prof. Christian Drosten und seinem Team gelang es, auf Grundlage der genetischen Information des Virus einen Test auf Basis der PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) zu entwickeln, der derzeit weltweit eingesetzt wird. Nun geht es darum, die Testmethoden zu verfeinern und neue Tests zu entwickeln und zu validieren, mit denen auch die Immunantwort im Körper des Menschen bestimmt werden kann.

Quelle und weitere Informationen

Den vollständigen Text und die Original-Pressemitteilung finden Sie hier.