Mit Online-Strategie zum Erfolg

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Bereits vor der Corona-Krise hat das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) Neu-Delhi seine digitalen Aktivitäten gezielt weiterentwickelt.

Der Ausbau der digitalen Präsenz zählt schon seit Längerem zu den strategischen Schwerpunkten des DWIH Neu-Delhi. Der Anspruch, nicht nur in der Hauptstadt, sondern in ganz Indien Vernetzung und Austausch rund um Innovationen zu ermöglichen, hat den Einsatz digitaler Instrumente frühzeitig befördert. Als die Corona-Pandemie auch in Indien die klassischen Konferenzen und Treffen verhinderte, war das DWIH bereit, seine Veranstaltungen schnell online umzustellen. So startete Anfang Mai 2020 die bereits inhaltlich langfristig vorbereitete neue Web-Talk-Reihe zum Thema forschungsbasierte Start-ups.

„Schon vor der Corona-Krise hatten wir neue Online-Inhalte entwickelt“, sagt Garima Behal, die seit Ende 2018 die Öffentlichkeitsarbeit am DWIH Neu-Delhi betreut. „Wir haben auch unsere Social-Media-Kanäle so bespielt, dass wir jeweils verschiedene Zielgruppen passgenau ansprechen, um für sie einen relevanten Mehrwert zu schaffen.“

Gezieltes Posting der DWIH-Themen

Zum ersten Web-Talk-Format waren indische Entrepreneure eingeladen, sich über das deutsche Förder- und Innovationsökosystem zu informieren. Im Sommer thematisierten drei weitere Web-Talks das DWIH Jahresthema 2020 „Städte und Klima“. „Zu diesem Themenkomplex haben wir über das ganze Jahr hinweg verschiedene Inhalte gezielt über die sozialen Medien vermittelt“, berichtet Garima Behal.

Plattformen wie Facebook, Twitter und LinkedIn dienen am DWIH Neu-Delhi also nicht nur der Verbreitung von Veranstaltungshinweisen. „Zusätzlich haben wir auf diesen Kanälen deutsche und indische Perspektiven zum Thema präsentiert und beispielsweise Stipendien und Fördermöglichkeiten ausgewiesen“, erzählt Behal. „Auch Strategiepapiere der Regierungen und von Thinktanks haben wir gepostet. Wir haben Interviews mit politischen Entscheidungsträgern geführt, sowie Projekte der deutsch-indischen Zusammenarbeit im Bereich Klima identifiziert und diese dann auf der Website und in den sozialen Medien publiziert.“ Hinzu kam ein digitaler Newsletter, der mit 500 Abonnentinnen und Abonnenten gleich im ersten Anlauf ein voller Erfolg war. Im Newsletter wird jeweils ein aktuelles Forschungsthema aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Analyse und Agenda für die Zielgruppen

Hinter dem Erfolg stecken gründliche Überlegungen. Eine genau Zielgruppenanalyse – wer wird wie und warum auf welchem Kanal erreicht – bildet die Grundlage für die Kommunikationsstrategie des DWIH Neu-Delhi, ebenso eine langfristige inhaltliche Agenda für die Online Auftritte. Beides dient der Gesamtstrategie des Hauses und baut die deutsch-indischen Netzwerke auf der Ebene von Wissenschaft und forschender Wirtschaft auch online gezielt aus, erläutert Dr. Katja Lasch, Direktorin des DWIH Neu-Delhi. „Entscheidend ist für uns die systematische Herangehensweise. Wir wollen die Anzahl der Follower nicht quantitativ, sondern qualitativ steigern, das heißt, die für uns wesentlichen Personen ansprechen und zur Interaktion motivieren.“ Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten zum Beispiel twitterten in Indien viel, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie wissenschaftsinteressierte Unternehmen erreiche man eher über LinkedIn.

Dass die neue Online-Strategie aufgeht, macht das DWIH-Team unter anderem am Anstieg der Besucherzahlen auf der Website fest. „Die Zahlen derer, die sich für unsere Angebote interessieren, haben sich fast verdoppelt“, sagt Garima Behal. „Es gibt außerdem immer mehr Interaktion, Engagement und aktiven Dialog zu unseren regelmäßigen Postings und mehr Anmeldungen und Registrierungen zu unseren Veranstaltungen über die Social-Media-Kanäle.“

Ziel für die kommenden Jahre ist eine systematische Weiterentwicklung der Online-Strategie. Nicht alles an Veranstaltungsformaten, was 2020 online angeboten werden musste, eigne sich hundertprozentig dafür. „Die Informationsvermittlung in die Fläche des Landes funktioniert zum Beispiel sehr gut online und dient damit einem zentralen Anliegen des DWIH Neu-Delhi“, sagt Katja Lasch. „Aber wenn es zum Beispiel um Co-Creation und Postdoc-Workshops geht, wo mehrere Tage neue Forschungsthemen und Innovationen diskutiert werden, stößt man virtuell an seine Grenzen. Dafür möchten wir gerne wieder unsere etablierten Formate vor Ort nutzen.“ Auch künftig wird das Erfolgsrezept des DWIH Neu-Delhi also in der ausgewogenen, jeweils passgenauen Strategie liegen.

Bettina Mittelstraß