DWIH-Jahresthema 2020: Städte und Klima

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Die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser (DWIH) beschäftigen sich 2020 intensiv mit ihrem Jahresthema „Städte und Klima“. In fünf Weltstädten bieten sie dafür außergewöhnliche Plattformen.

Den Metropolen der Welt kommt angesichts des Klimawandels und der Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung entscheidende Bedeutung zu. In ihnen kristallisieren sich Risiken und Chancen des Wachstums: Ressourcenverbrauch steht innovativen Technologien gegenüber, wirtschaftlicher Druck enormen ökonomischen Leistungen. Auch ihr intellektuelles und kreatives Potenzial macht Städte zu entscheidenden Akteuren im Kampf gegen den Klimawandel.

Jahresthema des weltweiten DWIH-Netzwerks

Für das Jahr 2020 hat das Kuratorium des DWIH-Netzwerks „Städte und Klima“ als übergreifendes Jahresthema für die fünf DWIH in New York, São Paulo, Moskau, Neu-Delhi und Tokyo ausgewählt. Jedes DWIH richtet gemeinsam mit seinen Unterstützern Veranstaltungen zu diesem Thema aus und schafft auch durch sein entsprechendes Informations- und Dialogangebot Anknüpfungspunkte.

Städte und Klima als Jahresthema des DWIH-Netzwerks

Weiterführende Informationen zur Wahl des DWIH-Jahresthemas 2020 finden Sie auf der Website des DWIH-Netzwerks.

Wandel für städtisches Wachstum

40 Prozent der indischen Bevölkerung sollen bis 2030 in städtischen Gebieten leben. Infolge des Bevölkerungswachstums stehen Indiens Metropolen unter Druck: Während die Hauptstadt Neu-Delhi regelmäßig in giftigem Smog versinkt, leiden Küstenstädte wie Mumbai aufgrund steigender Meeresspiegel unter stärkeren Überflutungen. Erderwärmung und unberechenbare Monsune fordern ebenso neue Ideen ein wie Luftverschmutzung und mangelhafte Energieversorgung. Die indische Regierung strebt deshalb einen Wandel an: Bis 2030 sollen mindestens 40 Prozent des Stroms für Indien aus Erneuerbaren Energien kommen. Außerdem sind in Indien Entwicklungsmaßnahmen wie die „Smart Cities Mission“ eingesetzt worden, deren Ziel ist, nachhaltige Städte mit hoher Lebensqualität zu fördern.

Etablierter deutsch-indischer Dialog

Neue Strukturen sind notwendig, damit Indien sein großes Potenzial, zum Beispiel in der Solarenergie, noch besser nutzen kann. So kooperiert das indische Energieministerium im Projekt „Grüne Energiekorridore“ (IGEN-GEC) mit Deutschland, um den Herausforderungen der Netzintegration von hohen Anteilen Erneuerbarer Energien zu begegnen. Die Stadtentwicklung der Zukunft fußt im deutsch-indischen Dialog auf einem breiten Fundament. Die südindische Metropole Kochi ist zum Beispiel Teil der von der Fraunhofer-Gesellschaft koordinierten „Global Smart City Initiative“. Deren Forschungsarbeit zielt darauf ab, Treibhausgase zu reduzieren, die Resilienz gegenüber Klimawandelfolgen zu stärken sowie die Lebensqualität der Bürger zu verbessern.

Indien und Deutschland blicken mittlerweile auf eine über 60-jährige Entwicklungszusammenarbeit zurück – in Bereichen wie Energie, nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung und Verkehrswesen, Umwelt und nachhaltige Bewirtschaftung. Im Rahmen der 5. Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen am 1. November 2019 in Neu-Delhi wurde die neue Gemeinsame Absichtserklärung zur deutsch-indischen Partnerschaft für grüne urbane Mobilität unterzeichnet, durch welche die deutsche Seite Finanzierung in Höhe von 1 Milliarde Euro zur Verstärkung grüner städtischer Mobilitätsinfrastruktur und Dienstleistungen in indischen Städten bereitstellen soll.

Die Förderung einer nachhaltigen Urbanisierung, einschließlich integrierter Politik und Maßnahmen zur Ressourceneffizienz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verringerung der Umweltbelastung von Städten, steht daher ganz oben auf der politischen Agenda.